Am Montag ereignete sich ein schweren Arbeitsunfall in der ehemaligen Ankerbrotfabrik in Favoriten, Wien, bei dem zwei Männer in Kontakt mit Starkstrom gerieten. Laut oe24.at sind die beiden Männer 49 und 21 Jahre alt. Der ältere Mann zog sich dabei großflächige Verbrennungen zu und schwebt in Lebensgefahr. Er wurde nach Stabilisierung durch die Rettung ins AKH gebracht, um dort auf der Intensivstation für Schwerbrandverletzte behandelt zu werden.
Der 21-Jährige erlitt ebenfalls Verletzungen, diese sind jedoch weniger gravierend, da er weiter von der Hochspannungsleitung entfernt war. Beide Betroffenen sind nicht von den Wiener Netzen, sondern arbeiten für eine private Firma. Brandermittler der Polizei sowie das Arbeitsinspektorat sind vor Ort, um die genauen Umstände des Unfalls zu klären.
Gefahren durch elektrischen Strom
Dieser Vorfall wirft ein grelles Licht auf die Gefahren, die bei Arbeiten an elektrischen Anlagen bestehen. Laut bgetem.de kann bereits die Annäherung an unter Strom stehende Teile zu einem gefährlichen Stromfluss durch den menschlichen Körper führen. Besonders kritisch ist, dass dies nicht nur einen elektrischen Schlag zur Folge haben kann, sondern auch innere Organe, Muskelsteuerungen, Herzfunktionen und die Atmung schädigen kann.
Die Schädigung hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: der Stromstärke, der Dauer der Durchströmung, dem Stromweg im Körper und der Frequenz des Stroms. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass Arbeiten an elektrischen Anlagen im spannungsfreien Zustand erfolgen. Der entstandene Unfall könnte veranschaulichen, wie wichtig es ist, auch grundlegende Sicherheitsmaßnahmen wie das Entladen von Kondensatoren und die Beschränkung des Zugangs zu gefährlichen Bereichen einzuhalten.
Statistiken zu Elektrounfällen
Die Gefährdung durch elektrische Unfälle ist nicht zu unterschätzen. Untersuchungen von baua.de zeigen, dass im Zeitraum von 2000 bis 2015 in Deutschland zwischen 36 und 100 Personen jährlich an Elektrounfällen starben. Dabei wurden etwa 90 % der Unfälle durch Niederspannung und 10 % durch Hochspannung verursacht. Niederspannung bezieht sich auf Wechselspannungen von 50 bis 1.000 Volt und Gleichspannungen von 75 bis 1.500 Volt. Hochspannung beginnt bei Wechselspannungen ab 1.000 Volt.
Elektrische Arbeitsunfälle können gravierende gesundheitliche Schädigungen sowie Brände und Explosionen nach sich ziehen. Da im aktuellen Vorfall Hochspannung im Spiel war, müssen die Ermittler klären, wie es zu einem Kontakt kam und ob alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten wurden.