Der Wiener Bürgermeister Dr. Michael Ludwig hat bei der Eröffnung des SPÖ-Bundesthemenrats am 18. Oktober 2025 erneut die Bedeutung von leistbarem Wohnen betont. Unter dem Motto „Dein Zuhause, unser Auftrag“ hob Ludwig hervor, dass die prekären Wohnsituation für viele Menschen in den letzten zehn Jahren zu einer großen Belastung geworden ist. Seine Aussage verdeutlicht, dass Wohnen nicht nur eine soziale, sondern auch eine demokratische Frage darstellt, die ein Grundrecht für ein sicheres und würdevolles Leben darstellt. Der Wiener Bürgermeister forderte eine österreichweite und internationale Wohnbaupolitik nach dem Wiener Vorbild, das international als Modell für leistbares Wohnen gilt.

Besonders erwähnenswert ist die erfolgreiche Wiener Sozialbaupolitik, die seit über 100 Jahren besteht und in der über 220.000 städtische Gemeindewohnungen und 200.000 geförderte Wohnungen verzeichnet sind. Ludwig wies auf die finanziellen Herausforderungen hin, vor denen Städte und Gemeinden stehen, viele davon sind als finanzielle Abgangsgemeinden klassifiziert. Er bekräftigte die Notwendigkeit von Konsolidierungsmaßnahmen, die jedoch nicht die öffentliche Daseinsvorsorge aushöhlen dürfen.

Fortschritte und Herausforderungen

Im Rahmen seiner Rede kritisierte Ludwig die FPÖ für deren Politik, die nicht auf der Seite der kleinen Leute stehe, und erinnerte an die Privatisierung von 60.000 Bundes-Wohnungen im Jahr 2000. Es sei von großer Wichtigkeit, eine Bundesregierung der demokratischen Kräfte zu formen, um einer Entsolidarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Zudem kündigte Ludwig an, dass die Wiener Wohnbau-Offensive weitere 190 Millionen Euro pro Jahr zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge und zur Verbesserung der Lebensqualität in Wien fortgesetzt werden solle.

In einem weiteren Schritt hat Ludwig als Teil seiner Bemühungen um leistbares Wohnen eine Reihe von GDP-Finanziers zu einem Treffen in Wien eingeladen. Dabei waren hohe Vertreter der Europäischen Investitionsbank sowie wichtige Stakeholder in die Diskussion über die Finanzierung von Wohnungsprojekten und die Neuausrichtung der EU gewohnt. Diese Initiative soll dazu beitragen, dass Wohnen für alle Menschen in der EU leistbar bleibt.

Wien als Vorbild für Europa

Das „Wiener Modell“ wird international als Vorzeigebeispiel angesehen, insbesondere für die EU-Politik. So kündigte die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, an, einen EU-Kommissar für Wohnen zu ernennen und einen europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum zu entwickeln. Der Plan soll strukturelle Faktoren des Wohnungsbaus bearbeiten und technische Unterstützung für Städte und Mitgliedsstaaten bieten. Ludwig appellierte an die europäische Gemeinschaft, die Umsetzung von Best-Practice-Beispielen zu fördern.

Auf EU-Ebene hat das Parlament einen Sonderausschuss eingerichtet, der darauf abzielt, leistbares Wohnen als zentrale Herausforderung in Europa anzugehen. Die Europäische Volkspartei hat dazu ein Strategiepapier mit Maßnahmen erstellt, das unter anderem den Abbau bürokratischer Hürden und die Ankurbelung von Investitionen in den Wohnungsbau berücksichtigt. Herbert Dorfmann, ein Mitglied des Europäischen Parlaments, ist überzeugt, dass die EU hier bedeutende Impulse setzen kann, vor allem im Bereich der Bürokratie und der Kapitalbeschaffung.

Die Wiener Politik hat sich durch die klare Ablehnung von Privatisierungen und durch kontinuierliche Investitionen in die Daseinsvorsorge als fortschrittlich und vorbildhaft erwiesen. Die Unterstützung von Ludwig zeigt, dass ein gemeinsames Handeln auf nationaler und europäischer Ebene notwendig ist, um die Lebensqualität und das Wohnen für alle Menschen zu sichern.