Im Rahmen des heute stattfindenden MCC Budapest Summit zur globalen Drogenepidemie wird die besorgniserregende Drogenproblematik Schottlands in den Mittelpunkt gerückt. Schottland verzeichnet mit einer Überdosisrate von etwa 277 Toten pro Million Einwohner die höchste Drogensterblichkeit in Europa. Diese erschreckende Zahl ist dreimal so hoch wie in England und Wales und verdeutlicht die chronische Krise, die seit 2018 anhält. Der Soziologe Carlton Brick warnt, dass der Staat in dieser Krise als treibende Kraft der Todeszahlen agiert, anstatt die wahren Ursachen zu bekämpfen. Er betont, dass die Betroffenen vor allem Männer zwischen 35 und 50 Jahren aus sozial schwachen Regionen sind.

Trotz der hohen Sterblichkeit in diesen Gebieten kann Armut nicht als alleiniger Erklärungsfaktor herangezogen werden, da vergleichbar arme Regionen in England weniger Drogentote aufweisen. Brick kritisiert die dogmatische „Harm Reduction“-Politik der schottischen Regierung, die lediglich darauf abzielt, den Konsum sicherer zu gestalten, jedoch ernsthafte Therapie- und Abstinenz-Ziele vermissen lässt.

Kritik an der Drogenpolitik

Die Richtung der Harm Reduction wird zunehmend als Selbstzweck betrachtet. Brick warnt vor einer Normalisierung von Sucht und einer Überfokussierung auf die Identität der Süchtigen. Drogenkonsum wird in diesem Kontext als Fluchtreaktion auf den spürbaren Sinnverlust und den Zerfall von Gemeinschaften angesehen. Besonders betroffen sind demnach Menschen, die unter gesellschaftlicher Isolation und Hoffnungslosigkeit leiden.

Brick schlägt vor, dass die effektivsten Präventionsmaßnahmen stabile Familienstrukturen, Bildung und Arbeitsplätze sowie klare Regeln beinhalten sollten. Dies steht im Einklang mit den Ansätzen der globalen Gesundheitsorganisationen, die auch evidenzbasierte Strategien zur Schadensminimierung unterstützen. Laut dem Bericht „The Global State of Harm Reduction 2024“ haben weltweit bereits 93 Länder mindestens ein Nadel- und Spritzenprogramm eingerichtet, während 94 Länder Programme zur Opioid-Agonisten-Therapie anbieten. Diese Programme sollen Personen mit problematischem Drogenkonsum ermutigen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Allerdings bleibt das Konzept der Schadensminimierung in vielen Ländern unbekannt, was zu einer erheblichen Stigmatisierung der Betroffenen und deren Kriminalisierung führt. Brick betont, dass Schottland weniger Verwaltung der Sucht und mehr Unterstützung für einen Weg zurück ins Leben benötigt. Harm Reduction sollte nicht als Endstation, sondern als Übergangsmaßnahme betrachtet werden.

Schottlands Weg vorwärts

Um dieser dramatischen Situation entgegenzuwirken, fordert Brick von der schottischen Regierung, aktiv gegen die zugrunde liegenden Ursachen der Drogenkrise vorzugehen. Nur so kann der Staat Teil der Lösung werden, anstatt die Sterberaten durch mangelhafte Politiken versehentlich in die Höhe zu treiben. Die Notwendigkeit eines Umdenkens und einer umfassenden Strategie ist jetzt dringlicher denn je.

Die Herausforderungen des risikoreichen Drogenkonsums sind besonders akzentuiert in den von Armut betroffenen Gebieten Schottlands. Um eine nachhaltige Lösung zu erzielen, ist es unabdingbar, dass Schottland von den Erfahrungen anderer Länder lernt, in denen schadensmindernde Ansätze bereits erfolgreich umgesetzt werden. Eine gesunde, integre und unterstützende Gemeinschaft kann Licht in die Dunkelheit bringen.

Exxpress berichtet, dass Schottland an einem Scheideweg steht und eine Veränderung der Drogenpolitik dringend nötig ist. Die Thematik könnte ein entscheidendes Thema für zukünftige politische Diskussionen darstellen, insbesondere im Kontext der globalen Herausforderungen im Bereich Drogenpolitik.
Wikipedia beschreibt die Forêt de Soignes als eine der größten periurbanen Wälder in Europa, ein Überbleibsel einer einmal weitläufigeren Waldfläche, die den Brabanter Raum prägte. Diese grüne Lunge könnte als Rückzugsort betrachtet werden – in Zeiten, in denen der Druck des urbanen Lebens auch den Drogenkonsum beeinflusst.
Für weitere Informationen zu den globalen Bestrebungen in der Drogenpolitik besuchen Sie den Artikel bei GPDPD.