Oldouz Mirzaie, die CEO von H&M Zentraleuropa, hat sich der entscheidenden Thematik der Gleichstellung in der Arbeitswelt gewidmet. In einem kürzlichen Interview erwähnte sie, dass H&M von Forbes als einer der besten Arbeitgeber für Frauen weltweit ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnung reflektiert nicht nur die Unternehmenskultur, sondern auch die realen Fortschritte in der Gleichstellung bei H&M, wo rund zwei Drittel der Führungspositionen von Frauen besetzt sind.

Mirzaie hebt hervor, dass das Unternehmen Frauen durch transparente Karrierepfade, Entwicklungsprogramme und flexible Führungsmodelle fördert. Dies ist besonders wichtig, da Vielfalt im Führungsteam als maßgeblicher Faktor für bessere Entscheidungsprozesse und die Unternehmensperformance angesehen wird. Ein divers aufgestelltes Team kann flexibel auf die Anfragen der Kunden reagieren und bringt neue Ansätze mit, die die Innovationskraft stärken.

Die Herausforderung der Teilzeit-Führungskräfte

Die aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule, „Arbeit und Karriere. Gleiche Chancen für alle?“, zeigt auf, dass 31,3% der Frauen in Führungspositionen zwischen 21 und 35 Stunden pro Woche arbeiten. Im Vergleich dazu sind nur 15,1% der Männer in Führungspositionen in Teilzeit tätig. Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass der Großteil der männlichen Führungskräfte in Vollzeit arbeitet. Dies könnte auf die anhaltenden Herausforderungen hinweisen, mit denen Frauen konfrontiert sind, wie etwa die Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben.

Ein beunruhigendes Ergebnis der Studie ist, dass 11,4% der Frauen angeben, aufgrund von Geburt und Elternschaft nicht mehr in einer Führungsposition zu sein, während nur 3,2% der Männer Kinder als Grund für ihren Rückzug in eine nicht-führende Position angeben.

Situationsanalyse und Lösungsansätze

Der Gender Pay Gap ist ebenfalls ein Thema, das nicht ignoriert werden kann. Frauen verdienen im Durchschnitt 18% weniger als Männer in vergleichbaren Positionen. Um dem entgegenzuwirken, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Eine Förderung des Frauenanteils in Führungspositionen könnte durch Mentoring- und Coaching-Programme, transparente Karrierewege und flexible Arbeitsmodelle erreicht werden, wie auch akademics berichtet.

Darüber hinaus sieht H&M den nächsten Schritt darin, Diversität als strategischen Vorteil zu verankern und messbare Fortschritte zu erzielen. Das Unternehmen bleibt optimistisch und verfolgt einen positiven Umsatztrend, während es gleichzeitig ein starkes Sortiment und eine solide Kostenkontrolle fokussiert.

Vergleich mit der EU

Im europäischen Vergleich sieht die Lage für Frauen in Führungspositionen jedoch eher ernüchternd aus. In Deutschland sind im Jahr 2023 nur 28,7% der Führungspositionen von Frauen besetzt, während der EU-Durchschnitt bei 34,8% liegt. Schweden führt die Liste mit einem Frauenanteil von 43,7% an. Dies zeigt den dringenden Handlungsbedarf in vielen Ländern, um die Gleichstellung in der Arbeitswelt tatsächlich zu realisieren. Vielfalt und Gleichstellung sind nicht nur ethisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll, da sie zu einer stärkeren Innovationskraft führen, wie in verschiedenen Studien festgestellt wurde, darunter auch von Wirtschaftswissen.

Insgesamt ergibt sich ein Bild, das zeigt, dass Unternehmen wie H&M auf dem richtigen Weg sind, jedoch nicht allein stehen können. Die Verantwortung für Gleichstellung und Vielfalt in der Arbeitswelt liegt nicht nur bei den Führungspersönlichkeiten, sondern muss von allen Beteiligten getragen werden, um langfristige Veränderungen zu bewirken.