Der 103. Jägerball des Grünen Kreuzes fand am 26. Jänner 2026 in der Wiener Hofburg und der Spanischen Hofreitschule statt. Unter dem Motto „Klang der Berge – Tanz der Täler“ versammelten sich rund 5.000 Gäste, darunter hohe politische Vertreter und Prominenz aus Gesellschaft und Wirtschaft. Der Ball gilt als inoffizieller Staatsball der Wiener Ballsaison und verbindet Tradition mit gesellschaftlichem Glanz.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Jagdhornbläsern aus allen Salzburger Gauen, die die Prunksäle mit ihren Klängen erfüllten. Traditionell erklang dabei der Jagdruf „Halali“, dessen Ursprünge im französischen „hal à luy“ liegen. Das Eröffnungsritual umfasste zudem Ansprachen der Präsidentin des Grünen Kreuzes, Christa Kummer, und der anwesenden politischen Ehrengäste, darunter Bundeskanzler Christian Stocker und Nationalratspräsident Walter Rosenkranz.

Kulinarische Höhepunkte und musikalische Darbietungen

Die Gäste wurden mit kulinarischen Genüssen verwöhnt, zu denen Wildspezialitäten, Bio-Heumilchkäse aus Salzburg und der Jägerballwein, ein erlesener Grüner Veltliner aus der Wachau, zählten. Ein Highlight des Abends war der Auftritt der Star-Violinistin Lidia Baich, die mit ihrer Darbietung für große Begeisterung sorgte. Die Trachtenmusikkapelle Hüttschlag brachte ein Gefühl des Großarltals auf den Ball und unterhielt die festlich gekleideten Teilnehmer mit traditioneller Musik.

Ein weiteres Sammlerstück war der Jägerball-Fächer, gestaltet von Künstler Alexander Ragginger, der das Motiv eines Steinadlers zum Thema hatte. Die Kleiderordnung sah eine Mischung aus traditioneller Tracht und eleganter Abendgarderobe vor, die von den Gästen mit Bravour umgesetzt wurde.

Tradition mit gesellschaftlicher Verantwortung

Die Ursprünge des Jägerballs gehen bis ins Jahr 1905 zurück, als engagierte Jäger unter Prinz Alexander zu Solms-Braunfels den Ball ins Leben riefen, um Spenden für in Not geratene Jagd- und Forstarbeiter zu sammeln. Diese karitative Mission wird bis heute vom Verein Grünes Kreuz fortgeführt. Der Reinerlös der Veranstaltung fließt in soziale Zwecke.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Debatten und Demonstrationen gegen den Ball, insbesondere im Kontext der Jagd. Kritiker verweisen auf die ideologische Aufladung der Jagd, die während des Nationalsozialismus stattfand. Dennoch betont der Verein auf seiner Webseite die soziale Verantwortung und die Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen, unabhängig von politischen Strömungen.

Der Jägerball hat sich über die Jahrzehnte hinweg zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Wien entwickelt. Auch wenn Weltkriege und andere politische Ereignisse die Veranstaltung unterbrachen, konnte sie nie endgültig beendet werden. Diese Treue zur Tradition und das Bestreben, die Jagdkultur in einem zeitgemäßen Kontext zu präsentieren, zeichnen den Ball heute aus.

Mit all diesen Elementen bleibt der Jägerball ein spannendes Zusammenspiel aus Tradition, politischen Kontroversen und kulinarischem Genuss, das die Menschen weiterhin begeistert und zur Diskussion anregt. Die Veranstaltung zeigt, wie tief die Wurzeln der österreichischen Jagdkultur im gesellschaftlichen Leben verankert sind und beleuchtet gleichzeitig die Herausforderungen, denen sich diese Tradition in der heutigen Zeit stellen muss.

Erfahren Sie mehr über die Veranstaltung auf 5min, Heute und Kurier.