Steiermark

Verein fordert verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung für Lebensmittel in Europa – Ein echter Blick hinter die Kulissen

Die Wahrheit hinter unseren Einkäufen: Eine kritische Betrachtung von Herkunft und Haltung.

In einer Zeit, in der Verbraucher zunehmend auf die Herkunft und Haltung von Lebensmitteln achten, setzt sich der Verein "Land schafft Leben" für transparente Kennzeichnungen in der Gastronomie und Großküchen ein. Mitbegründer Hannes Royer aus Schladming fordert nachdrücklich eine verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung für Lebensmittel in ganz Europa. Der Bericht des Vereins wirft dabei ein schonungsloses Licht auf das Kaufverhalten der Konsumenten.

Unterschiede bei Fleischprodukten

In Österreich wird bereits ein Viertel der gekauften Milch als Bio-Milch erworben, ähnliche Trends sind auch bei Gemüse, Obst, Kartoffeln und Eiern zu beobachten. Allerdings wird bei Eiern trotz des Bio-Trends vermehrt auf Bodenhaltungseier zurückgegriffen, was auch in Restaurants und Fertiggerichten zu finden ist. Der Verein betont, dass trotz der Forderungen nach höheren Standards beim Fleischkonsum gerade hier die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität besonders groß ist.

Vereinsgründer Royer unterstreicht, dass über 90 Prozent der Schweine in Österreich unter Bedingungen gehalten werden, die von vielen Verbrauchern abgelehnt werden, wie Vollspaltenboden oder Teilspaltenboden. Obwohl vier Prozent der Produktion bio-zertifiziert sind, liegt der Anteil am tatsächlichen Absatz bei lediglich 1,4 Prozent. Auch Bio-Fleisch muss teilweise exportiert werden, da die Nachfrage im Inland nicht gedeckt wird.

Herstellung von Fleischproduktion

Royer verweist auf den Bankrott des steirischen Vorzeigebetriebs Labonca als Beispiel für die Schwierigkeiten, auch bei strengen Tierwohl-Gesetzen wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Eine rein gesetzliche Regulierung reiche laut ihm nicht aus, vielmehr müsse das Kaufverhalten der Konsumenten über Generationen hinweg grundlegend geändert werden. So kosten Bio-Putenfleisch aus Österreich aktuell rund 37 Euro pro Kilo, während konventionell produziertes Fleisch zwischen 14 und 21 Euro kostet. Billiges Putenfleisch aus Deutschland findet hingegen großen Absatz, obwohl es unter neun Euro pro Kilo kostet.

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Royer appelliert daher an die Verbraucher, bewusst zu entscheiden, welche Werte sie durch ihren Einkauf unterstützen möchten. Eine transparente Kennzeichnung von Herkunft und Haltungsbedingungen sei dabei entscheidend, sowohl für inländische als auch importierte Lebensmittel. Er betont, dass die Gesellschaft nicht nur auf politische Maßnahmen oder allgemeine Rahmenbedingungen hoffen sollte, sondern vielmehr selbst die Verantwortung tragen kann, indem sie mit ihrem Einkaufsverhalten die gewünschten Veränderungen unterstützt.

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