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In einem dramatischen politischen Schritt hat die steirische Landesregierung unter Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) und Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) das Kulturkuratorium umfassend umgebildet. Laut Informationen von Kleine Zeitung wurden die meisten Mitglieder der erst im Januar 2024 neu besetzten Institution in die Wüste geschickt. Bei der nächsten Sitzung des Kuratoriums im März soll ein neuer Vorsitzender gewählt werden, wobei bereits Ex-Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) als Favorit gilt. Diese radikale Umgestaltung hat in der Kulturszene laut Krone große Beunruhigung ausgelöst.
Opposition erhebt massive Vorwürfe
Die Oppositionsparteien zeigen sich entsetzt über die Vorgänge und warnen vor den Folgen dieser politischen Umfärbung. SPÖ-Klubobmann Hannes Schwarz kritisierte die Abberufung der überparteilichen Mitglieder als "fatales Zeichen für das Kulturland Steiermark" und fordert parlamentarische Aufklärung. Die Grünen-Kultursprecherin Veronika Nitsche bezeichnete die Maßnahmen als "Angriff auf die Unabhängigkeit der Kunst". In diesem Kontext wird befürchtet, dass die neue Zusammensetzung des Kuratoriums kritische Stimmen zum Schweigen bringen könnte, was die Vielfalt der kulturellen Förderung gefährde.
Kornhäusls Behörde versucht, die Wogen zu glätten und erklärt, dass Änderungen notwendig waren, um die Zusammensetzung des Gremiums zu überdenken. Er betont, dass die nächste Sitzung des Kuratoriums wie geplant stattfinden soll, um Kontinuität bei der Vergabe von Fördermitteln zu gewährleisten. Trotz dieser Beruhigungsversuche bleibt die Stimmung in der Kulturszene angespannt. NEOS-Kultursprecher Robert Reif sieht diese Maßnahmen als "beispiellosen Rückschritt" für die Kulturszene und kritisiert das Vorgehen angesichts der anstehenden Haushaltsberatungen und gegenwärtigen finanziellen Einschnitte für die Kulturförderung.
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