Kärnten

Zukunft der Demenz: Caring Communities als Lösung

KLAGENFURT. Kärnten ist heute Gastgeber der vom Sozialministerium mitveranstalteten Bundestagung "Demenz". Die Konferenz trägt den Titel "Umsetzung der Demenzstrategie auf kommunaler Ebene" und zielt darauf ab, sorgende Gemeinden und Gemeinschaften zu etablieren. Mit der älterwerdenden Bevölkerung steigt die Zahl der Demenzbetroffenen seit Jahren deutlich an. Aktuell sind 150.000 Kärntner älter als 60 Jahre, bis 2040 wird erwartet, dass diese Zahl auf 240.000 steigt. In ganz Österreich leben derzeit rund 130.000 Menschen mit der Diagnose Demenz, wobei die jährlichen Neuerkrankungen voraussichtlich von 33.500 auf rund 60.000 ansteigen werden. Daher wird Demenz als eine der größten Versorgungsherausforderungen der Zukunft angesehen. Kärnten hat bereits vor fünf Jahren den ersten Schritt für den Aufbau von Caring Communities mit der Pflegenahversorgung einschließlich des Ehrenamtmodells in den Gemeinden gemacht. Aktuell gibt es in Kärnten bereits rund 600 Ehrenamtliche, die alle im Umgang mit Demenzerkrankten geschult sind. Caring Communities werden derzeit von vielen Experten als zukünftige Demenz- und Pflegeversorgung angesehen.

Um die Gemeinden fit für den Umgang mit Demenzbetroffenen zu machen, bietet die Universität Krems spezielle Schulungen an, bei denen alle Gemeindebediensteten zum Krankheitsbild und Umgang mit Betroffenen ausgebildet werden. Das Land Kärnten unterstützt die Schulungen fachlich, organisatorisch und finanziell und zertifiziert die Gemeinden bei erfolgreicher Teilnahme als "Demenz aktiv"-Gemeinde. Aktuell gibt es österreichweit 15 zertifizierte Gemeinden, von denen sieben in Kärnten liegen: St. Andrä, Liebenfels, Glanegg, St. Urban, Velden, Moosburg und Winklern.

Bei der Konferenz betonten Experten die Bedeutung von Caring Communities, um Lebensräume für Demenzbetroffene und deren Angehörige in ihrem unmittelbaren Zuhause und Wohnort zu schaffen. Es ist notwendig, Menschen in den Gemeinden zu sensibilisieren und Versorgungsorte wie Geschäfte, Postämter, Banken und Apotheken demenzfreundlich zu gestalten. Ein Ziel der Demenzstrategie der Zukunft ist es, die soziale Teilhabe der Betroffenen zu gewährleisten. Dafür setzt die Demenzstrategie auf das Netzwerk Bund-Länder-Gemeinden. Die Enttabuisierung und Sensibilisierung der Gesellschaft und einzelner Gemeinden ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Demenzstrategie.

Es ist anzumerken, dass die Zahl der Demenzbetroffenen weltweit steigt, da die Bevölkerung in vielen Ländern immer älter wird. Laut Prognosen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz bis 2030 weltweit verdoppeln und bis 2050 auf über 152 Millionen Menschen ansteigen.

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In der folgenden Tabelle sind die sieben zertifizierten "Demenz aktiv"-Gemeinden in Kärnten aufgelistet:

| Gemeinde |
|-------------|
| St. Andrä |
| Liebenfels |
| Glanegg |
| St. Urban |
| Velden |
| Moosburg |
| Winklern |



Quelle: Land Kärnten

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