Österreich

Ermittlungen gegen Ex-FPÖ-Chef Kickl wegen Untreue – Medienunternehmer unter Verdacht

Enthüllungen über mögliche Bestechung und Untreue im österreichischen Regierungsumfeld

Der Vorsitzende der rechten FPÖ und ehemalige österreichische Innenminister Herbert Kickl wird wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit Regierungsinseraten untersucht. Neben Kickl geraten auch weitere ehemalige FPÖ-Regierungsmitglieder sowie ein Medienunternehmer ins Visier der Ermittlungen, darunter Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Ex-Verkehrsminister Norbert Hofer.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der Medienunternehmer Strache wohlwollende Berichterstattung zugesichert habe. Im Gegenzug sollen FPÖ-Regierungsmitglieder Ministeriumsinserate in Auftrag gegeben haben. Die Ermittlungen führen zu dem Vorwurf der Bestechung und Bestechlichkeit bei Strache sowie der Untreue bei Kickl und anderen ehemaligen Ministern.

Die FPÖ reagierte auf die Vorwürfe mit der Behauptung, dass Werbung ausschließlich aus sachlichen Gründen gebucht worden sei. Die Partei ist zuversichtlich, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt wird. Der Medienunternehmer Wolfgang Fellner, Gründer der Boulevardzeitung "Österreich" und des Onlineportals "Oe24", weist die Anschuldigungen zurück. Die FPÖ führt laut aktuellen Umfragen vor den Sozialdemokraten und der ÖVP und liegt somit rund fünf Monate vor den bevorstehenden Parlamentswahlen in Österreich in Führung.

Die FPÖ war Teil der Regierungskoalition mit der ÖVP von 2017 bis 2019. Das Bündnis zerbrach aufgrund der sogenannten Ibiza-Affäre, die auch Ermittlungen gegen ÖVP-Politiker aufgrund vermeintlich manipulierter Umfragen und fragwürdiger Medienkooperationen auslöste.

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