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Am 8. Januar 2025 gab Facebook-Chef Marc Zuckerberg eine kontroverse Ankündigung bekannt: Die Plattform wird die Zusammenarbeit mit Faktencheckern einstellen. Dieser Schritt stieß auf heftige Kritik seitens europäischer Faktencheck-Organisationen, die ihn als „politisch motiviert“ im Licht des bevorstehenden Amtsantritts von Donald Trump werten, wie das European Fact-Checking Standards Network (EFCSN) mitteilte. Die Organisation betonte, dass Faktenüberprüfung keine Zensur darstellt, sondern die öffentliche Debatte bereichert und Menschen befähigt, sich eine eigene Meinung zu bilden. Laut dem EFCSN hat sich das Factchecking als effektives Mittel gegen Falschinformation erwiesen, was Zuckerberg jedoch in Frage stellt und stattdessen auf die Abkehr von überprüften Inhalten und das Etablieren von „Community Notes“ setzt.
Gefahr von Desinformation bei Wahlen
Das EFCSN äußerte Besorgnis über die potenziellen Auswirkungen dieser Entscheidung auf die bevorstehenden Wahlen in Europa. Laut der Organisation könnte eine verringerte Kontrolle des Informationsflusses durch Meta die Gefahr von Wahlbeeinflussungen durch ausländische Akteure erhöhen. Der Aufruf zur EU, beim Kampf gegen Desinformation standhaft zu bleiben, wird daher dringlicher. Das Netzwerk erinnert daran, dass die EU im Frühjahr 2023 noch die Wirksamkeit ihrer Kennzeichnungssysteme hervorhob, die bewiesen haben, dass 95 Prozent der Nutzer:innen nicht auf falsch gekennzeichnete Inhalte klicken.
Mit der Mitgliedschaft beim EFCSN profitieren Organisationen nicht nur von einer engagierten Gemeinschaft für Wissensaustausch und Zusammenarbeit, sondern auch von Trainings- und Mentoringangeboten sowie Unterstützung bei Bedrohungen. Die Mitglieder haben eine Stimme in europäischen politischen Diskussionen und setzen sich für faire Vergütungen im Kampf gegen Desinformation ein. Diese Initiativen bieten zusätzlich einen klaren Vertrauensbeweis gegenüber der Öffentlichkeit, dass ihre Arbeit ethisch und transparent ist, wie efcsn.com berichtet.
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