Salzburg lehnt Sonntagsöffnungen ab: Nur 50 von 1.700 Befragten dafür!
Eine Studie zeigt, dass 90% der Handelsangestellten gegen Sonntagsöffnung sind. Frauen im Handel wählen oft Familie über Arbeit.

Salzburg lehnt Sonntagsöffnungen ab: Nur 50 von 1.700 Befragten dafür!
Eine aktuelle Studie der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) zeigt deutlich, dass eine überwältigende Mehrheit der beschäftigten Personen im Handel in Salzburg gegen die Öffnung der Geschäfte an Sonntagen ist. Von insgesamt 1.700 befragten Angestellten haben lediglich 50 Personen ihre Zustimmung zu einer generellen Sonntagsöffnung geäußert. Michael Huber, Geschäftsführer der GPA Salzburg, unterstreicht, dass dieses Ergebnis nicht überraschend kommt. Darüber hinaus legen die Zahlen der Studie nahe, dass auch unter den österreichweit befragten Konsumenten ein starkes Ablehnung gegen eine flächendeckende Sonntagsöffnung der Geschäfte besteht: Rund drei Viertel der Befragten wünschen sich keine entsprechend weitreichenden Regelungen.
Besonders hervorzuheben ist, dass im Handel der überwiegende Teil der Beschäftigten Frauen sind. Diese stehen häufig vor der Wahl zwischen Sonntagsarbeit und der Zeit mit ihrer Familie. Huber hebt hervor, dass viele Frauen sich häufig für die Familie entscheiden, was die entscheidende gesellschaftliche Dimension der Debatte darstellt.
Argumente gegen Sonntagsöffnungen
Trotz der Forderungen aus Teilen der Wirtschaft und Politik, die Sonntagsöffnungen im Handel fordern, spricht die Gewerkschaft von mehreren wichtigen Gründen gegen diese Regelung. Laut der GPA gibt es signifikanter Argumente:
- Die Sonntagsöffnung verschiebt lediglich Gewinne und führt nicht zu einer Erhöhung der Kaufkraft.
- Kleinere Händler sind oft finanziell nicht in der Lage, Sonntagsöffnungen umzusetzen.
- Die Betreuung von Kindern wird für Beschäftigte, insbesondere Alleinerziehende, erschwert.
- Sonntagsarbeit benachteiligt Frauen und erschwert die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie.
- Die Freiwilligkeit der Sonntagsarbeit wird in der Praxis oft ignoriert, wodurch ein hoher Druck auf die Angestellten ausgeübt wird.
Zusätzlich steht in den Befragungen hervor, dass über 90 Prozent der Handelsangestellten Sonntagsarbeit entschieden ablehnen. Angesichts der hohen Nachfrage nach Arbeitskräften in der Handelsbranche wird deutlich, dass die Unternehmen gefordert sind, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Ein Verzicht auf Sonntagsarbeit könnte zudem die Attraktivität des Berufsfeldes steigern.
Es existieren bereits Ausnahmen, die Sonntagsöffnungen unter bestimmten Voraussetzungen erlauben, besonders in touristischen Regionen. In Ausnahmefällen hat die GPA sogar temporäre Sonntagsöffnungen zugestimmt. Eine Allianz für den freien Sonntag, unterstützt von verschiedenen politischen Kräften und Organisationen, setzt sich aktiv gegen die Einführung einer regulären Sonntagsarbeit ein. Während die Diskussion um Sonntagsöffnungen weiterhin anhält, bleibt die Meinung der Beschäftigten klar: Eine Mehrheit spricht sich vehement gegen diese Regelung aus.